Erfahrungsbericht zu ABA

Hier ein kurzer Bericht über unsere Erfahrungen über ABA mit unserem fünfeinhalbjährigen autistischen Sohn:

Es ist unglaublich, was unsere ABA-Beraterin mit unserem Sohn macht! Wenn sie bei uns ist, ist er ein ganz anderer Junge: Er hört zu, macht mit und freut sich. Er putzt sich seine Zähne und redet klare und gut formulierte Sätze. Er hat sogar zugelassen, dass sie ihm die Haare schneidet, ohne dabei viel zu jammern und zu meckern.

Wir lernen Vieles von ihr. Wir haben aber nicht immer die Kraft und die Lust, den großen Aufwand zu betreiben. Schließlich müssen wir unsere kleine Tochter auch noch versorgen.

Ich schaffe es momentan, zwischen 20 und 30 Minuten pro Tag mit meinem Sohn zu spielen. Ich gebe ihm dabei Punkte, und wenn er 10 Punkte erreicht hat, darf er sich etwas auswählen

Kasseler Erklärung zu der in letzter Zeit geäußerten Kritik an ABA/VB

Die Verhaltensanalyse ist eine international anerkannte Wissenschaft, die sich in den letzten Jahren mit ABA/VB als Therapie bei Autismus auch in Deutschland zunehmend etabliert hat. Mit zunehmendem Bekanntheitsgrad wird dieser Förderansatz aber auch zur Zielscheibe von Kritik. Unter den Kritikern sind etablierte Einrichtungen, die mit unspezifischen oder nicht wissenschaftlichen Methoden arbeiten und ihr Geschäft bedroht sehen aber auch (angeblich) Betroffene, die meinen, durch ABA traumatisiert worden zu sein. Anwender von ABA oder Eltern, die ABA einsetzen werden lächerlich gemacht und persönlich angegriffen. Wissenschaftliche Fakten werden geleugnet und bekämpft. Die Argumente der kleinen aber lauten Schar der Anti-ABA-Aktivisten ähneln sich oft. In verschiedenen Internet-Postings wird zu einer Anti-ABA-Kampagne oder Petition aufgerufen, wobei ABA gleichgesetzt wird mit Zwang, Missbrauch, Folter, Verstoß gegen Menschenrechte, Dressur, unethisch, Sektengehabe, Quälerei, seelischem Leid, Strafen oder sogar Stromschlägen, womit Persönlichkeitsmerkmale autistischer Kinder angeblich gelöscht werden.

Wir haben diese Vorwürfe lange diskutiert und sind zu folgender Einschätzung gekommen: Wir möchten weiterhin dazu beitragen, dass Eltern durch Informationen und unsere Berichte aus erster Hand die Potentiale von ABA für sich und ihre Familien erkennen können und nicht auf Fake News oder alternative Fakten angewiesen sind. Wir sind Eltern von Kindern mit Autismus und werden unsere Energie nicht in unsinnige Konfrontationen vergeuden, indem wir auf unzählige provozierende Kommentare von Internet-Trollen Stellung beziehen. Stattdessen laden wir diese Menschen zum Dialog ein, damit wir Schritt für Schritt diese Widersprüche aufklären können.

Wir haben unsere Position zu ABA in einem längeren Dokument zusammengefasst, das hier heruntergeladen werden kann: Kasseler Erklärung zur Kritik an ABA/VB.

Wir bitten um Verbreitung und sind unter der Adresse vorstand@aba-eltern.de oder über das Kontaktformular dieser Seite gerne für sachliche Diskussionen oder auch für Anfragen zu ernst gemeinte journalistische Beiträge zu Autismus und ABA/VB zu erreichen.

 

Vortrag zu positiven Alternativen bei Verhaltensproblemen von Kindern und Jugendlichen mit Autismus von Dr. Vera Bernard-Opitz

Verhaltensprobleme machen das Leben von Betroffenen mit Autismus und ihrer Umwelt oft sehr schwer. Viele Eltern, Pädagogen und Therapeuten kommen mit normalen Erziehungsstrategien an ihre Grenzen oder betrachten die Verhaltensprobleme sogar als unveränderten Teil der Persönlichkeit des Betroffenen. Der Vortrag soll Hoffnung geben und Strategien aufzeigen, Probleme zu verstehen und gezielt anzugehen…

Dr. Vera Bernard-Opitz ist approbierte Psychologische Psychotherapeutin und deutsche sowie amerikanische Verhaltenstherapeutin. Sie hat sich seit vielen Jahren auf Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Autismus sowie anderen Entwicklungs- und Verhaltensstörungen spezialisiert. Sie ist Herausgeberin mehrerer Bücher sowie der neuen Praxisserie „Autismus Konkret“ und gibt Workshops und Vorträge speziell zu Verhaltensproblemen, Kommunikation, Sozialverhalten sowie Visuellen Hilfen.

Der Vortrag findet am Donnerstag, den 08.12.2016 von 19.00 – 21:15 Uhr im Riedelsaal der Volkshochschule Hildesheim (Pfaffenstieg 4-5). Gebühr: 7,00€